Stadtbezirk 2 · Zwei Gesichter
Schädlingsbekämpfung in Flingern
Flingern ist ein traditionelles Arbeiterwohnquartier mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften: Flingern Nord ist durchmischt und seit den 2000er-Jahren von Gentrifizierung geprägt, mit Galerien und Gastronomie. Flingern Süd bleibt industriell – Müllverbrennung, Kraftwerk, Recycling und Klein- sowie Gewerbebetriebe. Für unsere Arbeit heißt das: zwei verschiedene Ausgangslagen in einem Stadtteil.

Zwei Hälften
Nord und Süd brauchen verschiedene Antworten
Flingern Nord: dichter Altbau
Alter Baubestand aus der Gründerzeit mit dichten Mietshäusern und hohem Mietwohnungsanteil. Führend sind Bettwanzen und Schaben über gemeinsame Steigleitungen, dazu Holzschädlinge und Marder in den Dachstühlen.
Flingern Süd: Gewerbe und Umnutzung
Kraftwerk, Recycling, Klein- und Gewerbebetriebe sowie umgenutzte Bauten wie das ehemalige Straßenbahndepot, heute Capitol und Tanzhaus NRW. Führend sind Ratten an Höfen und Brachen sowie Mäuse in Lagern.
Gewerbe und Wohnen
Wenn Betrieb und Mietshaus eine Wand teilen
Flingern ist das Quartier, in dem gewerbliche und wohnliche Nutzung besonders eng nebeneinanderliegen – historisch gewachsen, nicht geplant.
Das hat Folgen für die Behandlung. Ein Rattenbefall auf einer Gewerbefläche endet nicht am Zaun; ein Schabenbefall in einem gastronomischen Erdgeschoss zieht über Schächte nach oben. Deshalb reicht es hier selten, nur die meldende Partei zu behandeln – die Begehung schaut über die Grundstücksgrenze, auch wenn behandelt wird, wo der Auftrag herkommt.
Praktisch bewährt hat sich, bei Befunden im Mietshaus die gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss anzusprechen – und umgekehrt. Das ist ein unbequemes Gespräch und spart am Ende zwei Behandlungen.

Vor Ort
Was wir in Flingern regelmäßig als Ursache finden
- Offene oder überfüllte Müllstandorte in Hinterhöfen mit Anschluss an Gewerbeflächen
- Ungesicherte Kellerschächte und Lichtschächte im Gründerzeitbestand
- Leitungsdurchführungen ohne Verschluss zwischen Keller und Erdgeschoss
- Gemeinsame Steigleitungen ohne Schottung – der Wanderweg für Schaben und Bettwanzen
- Brachen und Zwischennutzungen mit Deckung in unmittelbarer Nachbarschaft
- Alte Dachstühle mit erhöhter Holzfeuchte durch undichte Anschlüsse
In der Nähe
Weitere Einsatzgebiete im Osten
Fragen
Fragen aus Flingern
Im Hinterhof läuft etwas – Ratte oder Maus?
Der Kot entscheidet: Rattenkot ist dunkel und länglich, etwa ein bis zwei Zentimeter; Mäusekot ist reiskorngroß. Auch die Größe der Löcher und die Schmierspuren an Wänden unterscheiden sich. Fotografieren Sie den Fund und wischen Sie ihn nicht weg – am Telefon lässt sich das meist eindeutig klären.
Unser Haus grenzt an eine Gewerbefläche. Bringt eine Behandlung überhaupt etwas?
Ja, aber sie sollte richtig zugeschnitten sein: Neben der Behandlung im Haus geht es dann vor allem darum, die Hülle zu schließen – Kellerschächte, Durchführungen, Rolltore, Türen. Und es lohnt, mit der Nachbarschaft zu sprechen. Eine Behandlung ohne Abdichtung ist bei Zuzug von außen nur eine Pause.
Wir wohnen im Altbau und haben nachts Geräusche im Dach.
Notieren Sie über einige Nächte Uhrzeit und Art des Geräuschs. Marder poltern unregelmäßig und deutlich, Mäuse trippeln gleichmäßig und leiser. Schauen Sie in der Dämmerung, ob an Traufe oder Ortgang ein Tier ein- oder ausgeht – das verkürzt die Begehung erheblich.
Können Sie im Kellergang eines Mietshauses arbeiten?
Ja, mit Zustimmung von Eigentümer oder Hausverwaltung – der Kellergang ist Gemeinschaftsfläche. Köderstationen kommen dort ausschließlich als gesicherte Boxen an gekennzeichneten, dokumentierten Positionen zum Einsatz. Das ist wichtig, weil im Mehrparteienhaus Kinder und Haustiere unterwegs sind.