Das Nest zählt, nicht die Straße
Ameisen bekämpfen in Düsseldorf
Im und am Haus sind es fast immer Wegameisen. Sie folgen Pheromonstraßen zu einer Nahrungsquelle – das Nest sitzt meist außerhalb, im Mauerwerk oder unter Platten. Wer die sichtbaren Tiere wegsprüht, hat die Straße gelöscht und das Nest unberührt gelassen.
- Artbestimmung: Waldameisen sind geschützt
- Ködergel wirkt bis in die Kolonie
- Laufstraßen und Fugen werden abgedichtet
Anzeichen
Die Straße führt zur Quelle
Ameisen arbeiten sichtbar – und das ist ein Vorteil: Die Laufstraße zeigt, wo die Nahrungsquelle liegt und aus welcher Richtung das Nest versorgt wird.
- Deutliche Ameisenstraßen entlang von Fugen, Sockelleisten und Fensterbänken
- Tiere an Süßem und an Vorräten in Küche und Speisekammer
- Kleine Erd- oder Sandhäufchen an Terrassenfugen und Plattenrändern
- Geflügelte Tiere im Schwarmflug, meist an warmen Tagen im Frühjahr und Sommer
- Fundorte: Küche, Fensterbänke, Terrassenfugen, Mauerwerk – das Nest oft draußen
Bitte nicht wegwischen
Die Laufstraße ist die Wegbeschreibung zum Nest. Wer sie vor der Begutachtung entfernt, nimmt der Suche die Grundlage – und die Tiere legen sie ohnehin neu an. Beobachten Sie stattdessen, wohin die Straße führt.
Rechtslage
Wegameise ja, Waldameise nein
Die im Haus auftretenden Wegameisen der Gattung Lasius sind rechtlich unkritisch und dürfen bekämpft werden. Waldameisen der Gattung Formica – darunter die rote Waldameise – sind dagegen besonders geschützt; Bekämpfung und Zerstörung des Nestes sind verboten.
Deshalb steht auch hier die Artbestimmung vor der Maßnahme. Ein großer Ameisenhügel am Waldrand ist kein Fall für Ködergel, sondern für Abstand.
Vorgehen
Vom Köder in die Kolonie
Bestimmen und Straße verfolgen
Art feststellen, Laufstraße nachverfolgen und die Nahrungsquelle identifizieren. Meist führt die Spur nach draußen – ins Mauerwerk, unter Platten oder in eine Fuge.
Nest lokalisieren
Erst mit dem Nest wird die Maßnahme wirksam. Ohne diesen Schritt behandelt man Arbeiterinnen und wundert sich über den Nachschub.
Ködergel oder Köderdose setzen
Der Wirkstoff wird von den Tieren aufgenommen und in das Nest getragen – dort erreicht er die Kolonie. Deshalb ist ein Köder dem Sprühen überlegen, obwohl er langsamer aussieht.
Zugänge dicht, Kontrolle danach
Fugen und Laufwege werden abgedichtet, Nahrungsquellen gesichert. Die Kontrolle zeigt, ob die Kolonie erfasst wurde.
- Süßes, Honig, Sirup und Tierfutter in dichten Behältern lagern
- Krümel und Flüssigkeitsreste an Arbeitsflächen und unter Geräten entfernen
- Terrassen- und Sockelfugen prüfen und schließen
- Blattlausbefall an Pflanzen im Blick behalten – Ameisen „melken" Blattläuse und folgen ihnen
Fragen
Häufige Fragen zu Ameisen
Sind Ameisen im Haus gefährlich?
Gesundheitlich sind Wegameisen unkritisch – sie sind vor allem lästig und gehen an Vorräte. Relevanter wird es, wenn ein Nest in Wärmedämmung oder Mauerwerksfugen sitzt und dort über Jahre Material ausräumt. Übertherapie ist hier ebenso falsch wie Ignorieren.
Warum wirkt der Köder so langsam?
Weil er wirken soll, wo es zählt. Ein Köder muss aufgenommen und in das Nest getragen werden – das dauert, erfasst dafür die Kolonie einschließlich der Königin. Ein Spray tötet in Sekunden die Tiere, die man sieht, und ändert am Nest nichts.
Kommt es im nächsten Jahr wieder?
Wenn Nahrungsquelle und Zugang bleiben: ja. Deshalb gehört zur Maßnahme das Abdichten der Fugen und das Sichern der Vorräte. Wo ein Nest dauerhaft günstig im Mauerwerk sitzt, kann eine Kontrolle im Frühjahr sinnvoll sein.
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In Benrath ist es oft die Terrassenfuge
In den gartennahen Ein- und Zweifamilienhauslagen im Süden – Benrath mit Villen, Arbeitersiedlungen und dem Schlosspark bis zum Rhein – kommen Ameisen typischerweise über Terrassenfugen und Fundamentanschlüsse.
Dort sitzt das Nest draußen und die Straße führt herein. Für die Behandlung heißt das: Ködersetzung außen an der Quelle, Abdichtung der Fuge und ein Blick auf die Bepflanzung entlang der Hauswand.
